Altenpflegeberuf

Die medizinische und pflegerische Forschung und Praxis fordern für die über 65- Jährigen eine genau auf diese Altersgruppe und ihre emotionalen, sozialen, und medizinischen Bedürfnisse sowie die noch vorhandenen Ressourcen ausgerichtete Behandlung und Pflege.

Genauso wie Kinder in körperlicher, geistiger und sozialer Entwicklung besondere Anforderungen an die sie versorgenden und behandelnden Ärzte und professionell Pflegenden stellen, ist dies auch bei Älteren der Fall.

 

Die Medizin trägt diesem Umstand mit der zunehmenden Ausrichtung, z.B. in der Inneren Medzin zum Geriater und in der Psychiatrie zum Gerontopsychiater, an den Notwendigkeiten einer Versorgung Älterer Rechnung.


Deutschland als Vorreiter

 

Ende der fünfziger Jahre wurden die ersten AltenpflegerInnen in Deutschland ausgebildet. Am 01.12.1974 gründeten staatlich anerkannte AltenpflegerInnen den Deutschen Berufsverband für Altenpflege (DBVA). Er ist der einzige Verband, der sich ausschließlich für die Belange der in der Altenpflege Tätigen einsetzt.

Die überwiegende Mehrzahl derjenigen, die sich dafür entscheiden, AltenpflegerIn zu werden, tut dies ganz bewusst. Sie will alten Menschen helfen. Jene Menschen, die unser Land nach dem Krieg wieder aufgebaut und zu dem gemacht haben, was es heute ist - eines der reichsten Länder der Erde! - dabei zu unterstützen, ihren Lebensabend in Würde und Eigenverantwortung zu gestalten.

 

AltenpflegerInnen haben aufgrund ihrer spezifischen Kompetenz in den vergangenen Jahren wesentlich zur Weiterentwicklung und zu zahlreichen Innovationen in der Altenhilfe beigetragen. Ihr Wissen, dass es bei der Pflege im Alter immer vorrangig um den Erhalt der Lebensqualität und Selbstbestimmung geht, hat ein Pflegeverständnis profiliert, dass den ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt und Pflege immer auch als Anlass sozialer Arbeit begreift.

 

Eine Kompetenz und Leistung, die unter oft schwierigen Bedingungen (überbordende Bürokratie, Teilfinanzierung von Leistungen etc.) erbracht worden ist und daher umso höher einzuschätzen ist. Im erst beginnenden demografischen Wandel unserer Gesellschaft sind AltenpflegerInnen unverzichtbar.

 

Für die Zukunft heute handeln !


Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gilt es heute dringender denn je dafür zu sorgen, dass engagierte Menschen in die Altenpflege gehen und dort auch bleiben, der Schlüssel dazu liegt in den Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung!

Immer mehr Ältere müssen von immer weniger Jüngeren versorgt werden. Heute arbeiten 3 Erwerbstätige für einen Rentner - in fünfzig Jahren wird das Verhältnis eins zu eins sein. Und dieser Trend ist nicht umkehrbar!

Das Statistische Bundesamt rechnet für 2025 mit etwa 152.000 fehlenden Pflegekräften, Pricewaterhouse Coopers bis 2030 mit 165.000 fehlenden Ärzten, 400.000 fehlenden Pflegekräften und 950.000 fehlenden Fachkräften in Gesundheit und Pflege insgesamt.
Es wird gefordert, die Situation durch ausländische Fachkräfte zu entspannen. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass 2020 in europäischen Ländern bis zu zwei Millionen Arbeitskräfte im Gesundheitswesen fehlen könnten, auch in anderen Ländern eine Auswirkung der Alterung der Bevölkerung.

Vor diesem Hintergrund und dem bestehenden Mangel an AltenpflegerInnen, steht das Bündnis einer Umstrukturierung der qualifizierten Fachausbildung zur Altenpflege hin zu einer generalistischen Ausbildung aus inhaltlichen und praktischen Gründen ablehnend gegenüber und hält den mit den Eckpunkten eingeschlagenen Weg für die Lösung der jetzt anstehenden Herausforderungen als nicht zielführend.